09.09.2016

Junge Union wirbt um neue Mitglieder


Der harte Kern der aktiven Mitglieder ist bei der Jungen Union in Mengen soweit geschrumpft, dass das Weinfest im Schillergarten in diesem Jahr ausfallen muss. "Wir haben lange gehofft, es doch noch irgendwie stemmen zu können", sagt der Vorsitzende Stephan Reitemann. "Aber wir hätten viele externe Helfer benötigt und das wollten wir nicht." Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Melanie Voggel und André Remensperger wirbt er um neue Mitglieder.

"Wir haben schon noch viele Mitglieder", sagt Melanie Voggel. "Aber die meisten studieren jetzt auswärts und können sich vor Ort nicht mehr so engagieren wie früher." Gerade in den vergangenen zwei Jahren habe sich der aktive Kreis stark reduziert. "Es sind einfach nicht genug neue Mitglieder hinzugekommen." Die drei, 18 und 19 Jahre alt, gehören der Jungen Union schon vier Jahre an. Freunde und ältere Geschwister waren ebenfalls politisch interessiert, da "war es irgendwie normal, auch in der Jungen Union aktiv zu sein." In den vergangenen Wochen und Monaten sind die drei auf viele Jugendliche zugegangen und haben versucht, sie zum Mitmachen zu bewegen. "Das ist nicht so einfach", sagt Reitemann. "Viele sind in Vereinen und in der Schule stark eingespannt."

Blicke hinter die Kulissen

Oft hätten Jugendliche auch zugegeben, sich politisch nicht sehr zu interessieren. "Das ist total schade, denn es kann wirklich sehr spannend sein, wenn man mal hinter die Kulissen eines Wahlkampfes gucken oder Politiker näher kennenlernen kann", sagt André Remensperger. Die Mitglieder der Jungen Union hätten etwa die Möglichkeit, Klaus Burger oder Thomas Bareiß bei Wahlkampfterminen oder Unternehmensbesuchen zu begleiten. "Da bekommt man Einblicke, die nicht jeder so einfach erhält", sagt Reitemann.

Auch in Stuttgart und Berlin sind die drei schon gewesen und haben den Alltag von Landtags- und Bundestagsabgeordneten kennen gelernt. "Weil wir mit den Stadtverbänden in ganz Baden-Württemberg vernetzt sind, kommt man mit vielen interessanten Leuten in Kontakt, kann sich austauschen oder an Ausflügen teilnehmen", sagt Reitemann.

Natürlich stehen auch lokalpolitische und vor allem Jugendthemen auf der Agenda. "Für junge Menschen in unserem Alter wird in Mengen nicht viel angeboten", sagen die drei. Vor allem auch die schlechte Anbindung der Ortsteile an die Kernstadt sei unter Jugendlichen immer wieder ein Thema. "Die Busverbindungen sind schrecklich, da braucht man einfach ein Auto", so Remensperger. Solche Themen tragen sie weiter in den CDU-Stadtverband.

Sie beteiligen sich an der Organisation von Veranstaltungen wie etwa dem Beachvolleyball-Turnier der Jungen Union in Pfullendorf. Ihr eigenes "Baby" ist das Mengener Weinfest, das in diesem Jahr zum 15. Mal hätte stattfinden sollen. "Aber wenn wir selbst nur zu viert vor Ort sein können, könnten wir das Fest nicht mehr das der Jungen Union nennen", findet Voggel. Schweren Herzens wurde es deshalb abgesagt.

"Unser Ziel ist, im kommenden Jahr wieder genug aktive Mitglieder zur Festorganisation zu haben", sagt Voggel. Alle neugierigen Jugendlichen seien eingeladen, einmal bei der Jungen Union hereinzuschnuppern. "Wir planen eine Veranstaltung für Neulinge, bei der wir uns vorstellen und kennenlernen können." Optimalerweise bildet sich dann schnell ein neues größeres Team. Denn Reitemann, Voggel und Remensperger machen im kommenden Schuljahr Abitur. Wer weiß, wo sie dann studieren werden ...

Interessierte Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 35 Jahren können sich gern bei Stephan Reitemann, Melanie Voggel und André Remensperger melden.

Bericht und Foto von Jennifer Kuhlmann / Schwäbische Zeitung


© Junge Union Stadtverband Mengen